20.02. Suzan Köcher’s Suprafon

2017 erschien ihr erstes Album: eine Mischung aus Sixties-Beat, Folk und düsterem Chansonpop. Während der „Moon Bordeaux“ noch hell scheint, beginnt Suzan Köcher das zweite Kapitel ihrer psychedelischen Reise: für ihr neues Album – aufgenommen in Austin/Texas – hat die Sängerin ihren musikalischen Kosmos um Psychedelic Rock, Westcoast-Pop, Krautrock und sogar Spuren von Shoegaze und Postrock erweitert. Inspiriert von einer Reise nach Prag schrieb sie einen Liedzyklus, welcher sowohl ihrer Band als auch dem Album einen Namen gab: „Suprafon“ (Unique Records).

Durch seine vielen Konzerte hat das Quartett einen einzigartigen Sound entwickelt, der von Suzans magischer Stimme, eindringlichen Melodien, spannenden Experimenten und einem beeindruckenden Arsenal alter, rostiger Instrumente angeheizt wird, die ihren Klang in allen Schattierungen von welkem Glanz färben. Suzan Köcher’s Suprafon lädt ein in eine Welt, die noch Zeit für unvergessliche Erlebnisse hat. Der melancholische Gesang tönt dabei geheimnisvoll und tröstend zugleich. Mit diesem Stil etabliert sich die Musikerin aus dem Rheinland zielsicher als die Grande Dame der deutschen Psychedelic Szene.

Bird Christiani. Bandleader und Songschreiber in einer Zeit, in welcher der inflationäre Gebrauch des Singer/Songwriter-Begriffs denselben hierzulande ja beinahe zum Schimpfwort degradiert hat. Meint Singer / Songwriter lediglich das Singen selbstgeschriebener Songs, so verbindet manch einer damit das Klischee des weinerlichen Jünglings, mit der zarten Stimme. Ein bisschen Geschrammel, gespielte Tiefgründigkeit, Bekanntes neuaufgekocht, ein bisschen Pling Pling. Und zum Schluss noch eine Brise

Hipster-Style; fertig. Nicht so im Falle von Bird Christiani & Kenneth Minor:

Hier treffen handwerkliche Fertigkeiten – u.a. abgeguckt bei den US-Folk-Bluesern der 1920er Jahre – auf postmoderne Ideen, kreative Spielereien und unorthodoxe Arrangements. FREAK FOLK. Hier freut man sich und leidet echt. Hier prangert man an und regt sich auf, hier liebt man, tobt, doch hasst niemals. Hier wird erzählt und mit Sprache gemalt. FREAK FOLK.

Hier spricht die Musik. FREAK FOLK. Die vermeintlichen Einflüsse, die der Musik von Bird Christiani zugeschrieben werden, sind sehr unterschiedlich. Es fallen Namen wie Ryley Walker, Mark Kozelek, Elliott Smith, Paul Simon, Bob Dylan, Ray Davies, Beck oder Mark Oliver Everett. Fragt man Christiani, erfährt man, dass er teilweise erst durch die Nennung dieser Einflüsse in der Presse auf gewisse Künstler aufmerksam geworden ist. Die Namensliste bleibt unvollständig und privat. Und irgendwie auch schön, dass das Einordnen von Kenneth Minor in die Schubladen der Musikzirkuswelt nicht recht gelingen mag. Vielleicht Segen und Fluch zugleich? Jedenfalls: FREAK FOLK.

20.02.2020 Suzan Köcher’s Suprafon
Support: Kenneth Minor
subrosa, Gneisenaustr. 56, 44147 Dortmund
Einlass: 18.00 Uhr, Beginn: 20.15 Uhr

Tickets (print@home oder mobile):
https://subrosa.app.love-your-artist.com/de/

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